Eisenerzbergwerk Kiruna

Heute wollten wir die Schönheit des Eishotels tauschen mit Dreck. Aber der Reihe nach. Nachdem Frühstück wollten/mussten wir nach Kiruna. Ich natürlich, das machen wir zu Fuß. In der Rezeption nach dem Weg gefragt, wurden wir mit großen Augen angeschaut- das sind aber ca. 4,5 km – ja und, das ist nix für uns. Wir hatten Zeit, wir mussten erst kurz vor 13:00 am Startpunkt sein, und wollten uns die Neustadt ein wenig anschauen. Aber so einfach war es dann doch nicht. Wie Tim gestern schon geschrieben hat, ist diese Stadt im Umbruch- das bedeutet, dass es viele Straßen nicht mehr gibt. Es gibt notdürftige Straßen, jede Menge leerer Häuser und kaum einen Menschen, den man hätte fragen können. Die Navi Tussi hat jedenfalls die Segel gestrichen. Irgendwann habe ich dann gesagt, zurück zum Platz, wir fahren mit dem Auto. Aber dann sahen wir Licht am Horizont und haben es doch zu Fuß gemacht. Die Neubauten sind von der Architektur her sehr interessant, aber es fehlt irgendwie etwas heimeliges (ich weiß nicht, wie ich es sonst ausdrücken soll). Für einen Kaffee hatten wir noch Zeit Den genossen wir dann auch, da es auf dem Weg rein in die Stadt, wieder zu regnen angefangen hat.

So, jetzt aber auf zum Touristencenter. Auf uns warteten schon Anita und Lena. Mit diesen beiden Damen machten wir eine Führung durch die Eisenmine von Kiruna. Anita war unser Guide, die Führung war auf Englisch. Lena machte die Gruppe der Schweden. Um 13 Uhr werden wir vom Bus abgeholt und ins Bergwerk gefahren. Da ich noch nie in einem Bergwerk war, war es schon aufregend. Mit einem Bus untererde befördert zu werden, auf 540 Meter Tiefe, mit Gegenverkehr, das hat was. Auf der Fahrt haben wir von Anita auch erfahren, dass die Kirche von Kiruna nächstes Jahr umzieht, und zwar im Ganzen. Die Masse der Kirche betragen 40×40 Meter. Sie wird nicht auseinander gebaut. Dafür gibt es spezielle Fahrzeuge, wie es vielleicht jeder schon einmal im Fernsehen gesehen hat, aus den USA oder Kanada. So wurden hier auch schon einige Häuser umgezogen. Was mich stolz macht, ich habe von der Führung ca. 70% verstanden, ohne dass ich Tim fragen musste. Über die Daten und Fakten zu diesem Erlebnis wird Tim jetzt liefern. Im Besuchercenter werden wir dann statt zu Blaukäppchen zu Bob der Baumeister.

Wer unser Maskottchen vermisst, dem sei gesagt es durfte nicht mit. Nicht weil es wieder zickig war, sondern weil es schlicht und ergreifend zu klein war. Man darf erst ab einer Größe von 120 cm rein.

Geschichte des Bergwerkes

Das Eisenerz wurde bereits im 16 Jahrhundert von Jägern entdeckt. Wie so oft war es Zufall. Beim Jagen folgen die Pfeile nicht geradeaus, sondern „fielen“ zu Boden. Da die Pfeilspitze aus Metall war und das Eisenerz magnetisch ist wurde der Pfeil davon angezogen. Die Jäger mieden das Gebiet, weil die Jagd sinnlos war. Ende des 19 Jahrhundert wurde es wieder entdeckt. Man begann mit dem Bau einer Eisenbahn nach Norwegen und das abgebaute Erz zum Meer zu transportieren. Der kommerzielle Abbau begann 1910 als Tagebau. Bis 1960 wurde so abgebaut. Zu der Zeit begann ein Teil des Berges immer wieder abzubrechen und in die Mine zu fallen. Daraufhin hat man sich auf untertage Bergbau verlegt. Um den Einsturz zu vermeiden, wird der nicht verwertbare Teil wieder in den durch den Abbau entstandenen Hohlraum eingeleitet. Das kann aber nicht verhindern, dass der Boden täglich um 11 cm absinkt. Dieses Absinken ist der Grund dafür das Kiruna umziehen muss. Im Moment wird in 1365 Meter unter der Bergspitze gearbeitet. Es hat 10 Jahre gedauert, bis der benötigte Stollen angelegt war. Dort arbeiten immer 20 Bergarbeiter 30 Stunden die Woche. Dann haben sie eine Woche frei. Je tiefer man in die Erde vordringt, umso wärmer wird es und umso höher wird der Druck. Da die Mine bis auf 2000 Meter reichen soll, muss die Arbeit komplett automatisiert werden. Daran wird mit Hochdruck gearbeitet. Der Berg unter dem das Erz abgebaut wird heißt Kirrunavaara. Der Abbau bei seiner Schwerster Luossavaara wurde in den 1970er Jahren beendet. Dort ist jetzt ein Skigebiet.

Wie funktionierten der Abbau? (einfach erklärt)

Als erstes wird ein Stollen angelegt. Das übernimmt ein gigantischer Bohrer. Hier nennen sie ihn liebevoll – The Beast. Wenn ein Stollen angelegt wird, wird sofort Strom, Schienen und Wasserleitungen gelegt. Trifft der Stollen auf die Erzader kommt ein anderer Bohrer zum Einsatz. Dieser bohrt 8 Löcher in die Decker der Ader. Erst 4, dann lässt er 6 Meter Abstand und bohrt die nächsten 4 Löcher. Die Löcher werden mit Sprengstoff gefüllt. Es handelt sich um einen speziellen Sprengstoff, der in den Bohrlöchern „kleben“ bleibt. Täglich um 1:30 wird gesprengt. Nach der Sprengung macht ein Robohund Bilder von der Sprengung. Wenn alles okay ist, beginnen die Radlader die Loren zu füllen. Diese transportieren das Gestein zu einem Zerkleinerer. Dieser zerkleinert das Geröll in faustgroße Brocken. Die wiederum werden mit einer Art Aufzug nach oben befördert. An der Oberfläche wird das Eisenerz vom Rest getrennt und so aufbereitet das daraus Eisenpellets entstehen. Diese werden dann per Bahn nach Norwegen transportiert.
Der Zug besteht aus 68 Wagons. Die transportierte Menge Pellets beträgt 8.000 Tonnen. Darauf können 6.500 Auto gebaut werden. Die Wagons werden von den zurzeit zugkräftigsten Loks gezogen. Die Loks haben 15.000 PS. Zehn Züge fahren heute täglich nach Norwegen hin und zurück – auf der Strecke, die 1902 gebaut wurde.

Hallo, ich bin Elke Reece

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